Sie lieben trockene Wiesen, sitzen auf Halmen und befallen Haustiere und auch Menschen. Die Grasmilbe, auch Herbstmilbe oder Erntemilbe genannt, verursacht heftig juckende Stiche und schafft es manchmal sogar in unsere Betten.

Um die lästigen Spinnentieren wieder loszuwerden, gibt es aber ein paar einfache Tricks. So machst du ihnen den Gar aus und kannst wieder ganz beruhigt schlafen. Alle nützlichen Fragen rund um das Thema Grasmilben im Bett haben wir dir in diesem Artikel beschrieben.

Das Wichtigste in Kürze

  • Grasmilben saugen an Grashalmen. Ihre Larven hingegen benötigen tierische Nahrung und beißen somit zu.
  • Die Larven befallen eigentlich Hund, Katze und Maus. Nur in manchen Fällen wird der Mensch auch als Nahrung gesehen.
  • Um Grasmilben aus dem Bett zu bekommen, sollte man seine Bettwäsche entweder mit Hitze oder Kälte behandeln.

Was sind Grasmilben?

Die Grasmilbe, auch Herbstmilbe, Ernetmilbe oder Herbstgrasmilbe hat nichts mit den eigentlichen Grasmilben zu tun, die an Pflanzen saugen. Sie gehören zur Klasse der Spinnentiere.

Grasmilben erreichen eine Größe von etwa 2 mm, Larven hingegen werden nur bis zu 0,3 mm groß. Diese haben eine orange rote Körperfärbung. Dabei sind die Larven mit bloßem Auge erkennbar. Ein weißes Stück Papier lockt diese an und macht sie besser sichtbar.

So sehen die Milben stark vergrößert aus. Jedoch sind sie sogar mit dem bloßen Auge erkennbar. (Bildquelle: pixabay.com / skeeze)

Die Larven der Grasmilbe leben parasitisch und befallen meistens Mäuse, manchmal jedoch auch Hunde oder Katzen. Bei manchen Gelegenheiten befallen sie jedoch auch andere Säugetiere, unter anderem auch den Menschen.

Hintergründe: Was du über Grasmilben im Bett wissen solltest

Solltest du den Verdacht haben, du hast Grasmilben im Bett, stellen sich einige Fragen. In diesem Teil haben wir dir ganz grundsätzliche Fragen gesammelt und beantwortet.

Somit weißt du gleich auf einen Blick, womit du es zu tun hast. Denn es ist nicht immer völlig klar, ob der Juckreiz, den du nach dem Aufstehen verspürst tatsächlich auch von Herbstmilben kommen.

Wie erkenne ich Grasmilben?

Grasmilben an sich sind nicht das Problem, denn diese leben vegetarisch. Die parasitischen Larven sind es, die Bisse verursachen.

Besonders in hohen, trocknen Gras fühlen sich Grasmilben besonders zu Hause. (Bildquelle: unsplash.com / chaykelly)

Grasmilben leben im Gras und fühlen sich in Wiesen zuhause. Sie sind in auf der nördlichen Halbkugel weit verbreitet und besonders aktiv von Juni bis Oktober.

In dieser Zeit legen sie ihre Eier an Grashalmen ab. Daraus schlüpfen die Milben, die Mensch und Tier befallen. Aus diesem Grund erkennst du eher die Stiche oder Bisse der Grasmilben.

Wie sehen Grasmilben Stiche aus?

Grasmilben Bisse sind oft im Beinbereich zu finden. Denn die Parasiten warten an den Spitzen der Grashalme auf vorbeistreifende Opfer. Auf nackten Füßen und Waden wandern dann die Grasmilben hoch, bis sie eine geeignete Stelle gefunden haben, um sich festzubeißen.

Am liebsten sind den Milben dabei geschützte Körperstellen. Aber auch feuchtwarm ist beliebt und am besten nur dünne Haut.

Mit ihren Mundwerkzeugen beißen sie sich fest und saugen Zellsäfte und Lymphen, manchmal sogar auch ein wenig Blut. Dabei sondern sie eine bestimmte Essenz ab, die die oberste Hautschicht anweicht. Das führt dann zum Juckreiz.

Meistens kannst du den ersten Juckreiz bereits nach ein bis zwei Tagen spüren. Unangenehmer Weise kann sich dieser Juckreiz bis zu zwei Wochen halten.

Meistens bilden sich rote Quaddeln an den betroffenen Stellen. Versuche nicht zu kratzen, da sich die Stellen sonst entzünden können.

Eigentlich sind die Bisse der Grasmilbenlarve nicht besonders gefährlich, ihr Jucken ist jedoch ungemein stark. Besonders Kinder können sich oft nicht zurückhalten und Kratzen so lange, bis sich die Stelle entzündet. Sollte dies der Fall sein, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Können Grasmilben im Bett überleben?

Der natürliche Lebensraum von Grasmilben ist, wie ihr Name schon andeutet, das Gras. Auch ihre Larven bevorzugen eher das Gras anstatt ein Haus.

Das Bett teilt man nur ungern mit kleinen Insekten. Grasmilben kommen oft nur durch Zufall in das Bett und bevorzugen eigentlich Gras. (Bildquelle: pixabay.com / Free-Photos)

Aus diesem Grund muss man sich keine sorgen machen, dass die Erntemilben sich im Bett einnisten. Denn anders als zum Beispiel Textilmilben oder Bettwanzen, können Grasmilben nicht einmal im Bett überleben.

Was tun gegen Grasmilben im Bett: So wirst du die lästigen Beißer los

Du weißt nun also, dass Grasmilben tatsächlich das Problem sind. Und anscheinend hast du nicht nur ihre Bisse, sondern die nervigen Parasiten sind nun auch in deinem Bett.

In dieser Sektion erklären wir dir, wie du die lästigen Beißer nachhaltig los wirst. So kannst du bald wieder ganz beruhigt schlafen.

Welche Hausmittel gibt es gegen Grasmilben im Bett?

Damit Grasmilben nicht in das Bett gelangen, musst du nur ein paar Tipps beachten. Denn die Larven der Herbstmilbe können zwar gut klettern, werden aber schnell durch Kratzen oder einfach nur durch die Kleidung weggescheuert.

Aus diesem Grund solltest du duschen, bevor du ins Bett gehst. So stellst du sicher, dass nicht du die kleinen Tierchen ins Bett bringst. Achte auch darauf, dass du deine Kleider nicht auf das Bett oder das Handtuch legst, dass du benutzt. Am besten schmeißt du die Kleidung gleich in die Wäsche.

Eine Dusche wirkt wahre Wunder. Zum einen spült es die kleinen Larven einfach von der Haut, zum Anderen lindert kaltes Wasser den Juckreiz. (Bildquelle: pixabay.com / tookapic)

Regelmäßiges Lüften des Bettes hilft ebenfalls. Dabei kannst du es einfach über den Balkon hängen. Ein super Tipp: Hängst du dein Bettzeug in die Sonne, sterben nicht nur die lästigen Larven der Erntemilbe ab, sondern dein Bett duftet später auch.

Solltest du bereits Grasmilben im Bett haben, hilft es, die Kuscheltiere oder kleine Kissen einzufrieren. Die Larven der Grasmilbe überleben das nicht.

Auch solltest du Teppiche vermeiden, da sich die Larven dort aufhalten können. Im Sommer, zur Zeit der Grasmilbe, kannst du auch regelmäßig saugen. So werden die kleinen Spinnentierchen ebenfalls entfernt.

Wie bekommst du die Grasmilben aus der Bettwäsche?

Hast du Grasmilben im Bett, solltest du umgehend die Bettwäsche wechseln. Ziehe sie sofort ab und wasche die Bettwäsche umgehend. Achte darauf, dass du die abgezogenen Kissen und Bettdecken nicht auf bezogene Teile legst, da die Larven sonst auf die unbezogenen Teile hinüber klettern können.

Ziehe ganz am Ende auch das Laken ab. Was du mit den einzelnen Teilen machen kannst, haben wir dir hier zusammengefasst.

Bettwäsche Teil Taktik
Bezüge Heiß waschen bei mindestens 60° Grad Celsius
Kopfkissen Bei Möglichkeit waschen, ansonsten ins Gefrierfach für eine Nacht
Bettdecke Bei Möglichkeit waschen, ansonsten in die Reinigung
Matratze Reinigen lassen

Du kannst auch ganz bedenkenlos deine Daunenwäsche waschen. Der Clou ist hier, dass du die Wäsche in den Trockner geben solltest.

Damit die Federn nicht miteinander verkleben, lege einfach einen Tennisball mit in den Trockner. Denn dieser wird so umhergeschleudert, dass er die verklebten Federn löst.

Trivia: Was du sonst noch über Grasmilben im Bett wissen solltest

Wie lindere ich Grasmilben Bisse?

Grasmilben Bisse sollten desifiziert werden. Am besten benuttzt du dazu 70 prozentigen Alkohol. Danach kannst du ein Gel auftragen, das den Juckreiz mindert.

Da die Bisse der Herbstmilbe oft unglaublich jucken, kannst du aber auch einen Arzt aufsuchen und nach einem Rezept für ein Mittel fragen. Denn cortisonhaltige Salben oder Antihistaminika sind in deutschen Apotheken nicht rezeptfrei erhältlich, können jedoch schnell die erhoffte Linderung erschaffen.

Was ist der Unterschied zwischen Grasmilben und Bettwanzen?

Grasmilben bevorzugen als natürlichen Lebensraum eine Wiese, Bettwanzen fühlen sich dagegen in unserem Bett so richtig Wohl. Das liegt bei beiden vor allem am Nahrungsangebot. Denn Bettwanzen ernähren sich am liebsten vom Blut ihrer Wirte.

Während sich bei Grasmilben Bissen vor allem rote Quaddeln bilden, die sich meist am unteren Ende des Körpers befinden, also Schienbein und Oberschenkel, können Bettwanzen Stiche den ganzen Körper entlang auftreten. Oft werden Bettwanzen Stiche verwechselt mit anderen Insektenstichen.

Eine einfach Art sie zu unterscheiden ist jedoch,dass Bettwanzen in einer Reihe stechen, den so genannten “Straßen”. Bettwanzen suchen sich hierbei am liebsten unbedeckte Körperstellen wie Hals, Gesicht und Nacken. Auch Arme, Beine und Schultern sind beliebt.

An Nacken, Schultern, Armen und Hals beißen Bettwanzen besonders gerne zu. Denn diese Stellen werden oft nicht von Kleidung bedeckt. (Bildquelle: pixabay.com / Stocksnap)

Während Grasmilben das Bett irgendwann selbst wieder verlassen, da die ausgewachsenen Milben dort im Gegensatz zu ihren Larven keine Nahrung mehr vorfinden, können ganze Generationen von Bettwanzen in deinem Bett leben und es sich dort gemütlich machen.

Sie sind auch sehr ausdauernd und können mehrere Monate ohne Nahrung auskommen. Wie du die Biester bekämpfen kannst, erfährst du hier.

Sind Grasmilben ansteckend oder übertragbar?

Grasmilben sind nicht ansteckend. Ihr natürlicher Lebensraum ist das Gras. Die Larven befallen hauptsächlich Mäuse oder Haustiere wie Hunde oder Katzen, die durch das Gras streifen.

Genau von diesen Tieren können jedoch auch die lästigen Parasiten übetragen werden.

Aus diesem Grund sollte man darauf achten, dass vor allem Mäuse, die Lieblingsopfer der Grasmilbe, sich nicht im Garten herumtreiben. Da Mäuse oft beim Kompost leben, ist es wichtig, diesen regelmäßig umzusetzen.

Was tue ich, wenn sich Grasmilben Stiche entzünden?

Die Bisse der Herbstmilbe entzünden sich nur, wenn eine Infektion entsteht. Das passiert, wenn beim Kratzen die Haut beschädigt wird und aufgekratzt wird. Nun können Erreger, Keime und Bakterien eindringen und eine Infektion hervorrufen.

Wenn das Jucken zu stark wird, muss man einfach Kratzen. Dabei ist das Kratzen oft das gefährliche bei Stichen. (Bildquelle: pixabay.com / MabelAmber)

Sollte die Stelle leicht gerötet sein, so solltest du einfach die Haut säubern und gegebenenfalls mit einem Pflaster abkleben. So verhinderst du, dass noch mehr Dreck in die Wunde kommt. Auch solltest du unbedingt aufhören zu kratzen, damit die Haut nicht noch mehr verwundet wird.

Behalte die Stelle im Auge. Sollte die Infektion schlimmer werden, solltest du einen Arzt aufsuchen. Darunter Zählt zum Beispiel:

  • Die Wunde nässt
  • Die Haut um die Wunde herum schwillt an
  • Die Wunde wird rot und heiß
  • Eiter befindet sich in der Wunde und / oder tritt aus

Spätestens dann solltest du einen Arzt aufsuchen, um schlimmere Folgen zu vermeiden. Eine antibiotische Salbe hilft hier oft schon Wunder.

Können Milben Hautausschlag auslösen?

Wichtig zu beachten ist hier, um welche Art von Milben es sich hierbei handelt. Denn es herrscht ein gewaltiger Unterschied zwischen Hausmilben und Grasmilben.

Grasmilben lösen keinen Hautausschlag aus. Die Larven der Milbe weichen mit ihrem Speichel die oberste menschliche Hautschicht an, um sich davon zu ernähren. Dabei reagiert die menschliche Haut mit Juckreiz darauf.

Manche Menschen kommen jedoch nicht nur mit Quaddeln davon, sondern bekommen aufgrund der Herbstmilbe sogar Hautausschlag. Sollte dies der Fall sein, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Denn dieser kann bestimmen, um welche Art von Ausschlag es sich handelt und ob er durch Milben und wenn ja durch welche Art von Milben ausgelöst wurde. Sollten diese Fragen geklärt sein, kann erst eine passende Therapie veranschlagt werden.

Wie behandelt man Milben beim Mensch?

Auch bei dieser Frage kommt es darauf an, welche Art von Milben behandelt werden sollen. Denn die Herbstmilbe, oder Grasmilbe, befällt den Menschen nicht dauerhaft. Um einen Überblick über die bekanntesten Milbenarten zu geben, haben wir dir hier eine Tabelle eingefügt.

Milbenart Beschreibung
Hausstaubmilbe Nur für Allergiker gefährlich, ernähren sich von abgefallenen Hautschuppen
Krätzmilben Ernähren sich von Hautschuppen, leben aber auf dem Wirt und hinterlassen dort ihre Eier und Kotabfälle
Grasmilben Leben in Gärten und Wiesen, die Larven fressen tierisch und verursachen durch den Speichel Juckreiz
Haarbalgmilben Fressen Hautschuppen, leben auf Haarwurzeln, könnten mit Akne oder Rosazea zusammenhängen

Die Krankheitsbilder, die von Milben hervorgerufen werden, heißen Acariose. Meistens wird Milbenkrätze (Krätze), eine Hausstaubmilbenallergie oder Erntekrätze beobachtet. Zecken zählen ebenso zu den Milbenarten und sollten sofort entfernt werden. Denn diese übertragen gefährliche Krankheiten. Wie du Zecken richtig entfernst, berichten wir dir hier.

Fazit

Grasmilben Bisse sind weit verbreitet und haben leider einen starken Juckreiz zur Folge. Dieser sollte behandelt werden mit alkoholischer Lösung und Kühlung. Eine kalte Dusche hilft hier oft schon weiter.

Grasmilben im Bett sind wesentlich seltener, können jedoch tatsächlich auftreten. Da eine menschliche Wohnung nicht der natürliche Lebensraum einer Grasmilbe ist und nur ihre Larven tierische Substanzen fressen, sterben nach kurzer Zeit die Larven auch im Bett.

Sollte man dennoch die lästigen Parasiten im Bett haben, hilft es, die Bettwäsche heiß zu waschen, Teppiche sauber zu halten und häufig zu duschen.

Oft werden jedoch Grasmilben Bisse mit Bettwanzen verwechselt. Sollten Stiche über einen längeren Zeitraum anhalten und vor allem nach dem Aufstehen auftauchen, liegt es meistens eher an Bettwanzen als an Grasmilben.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

[1] https://www.dr-gumpert.de/html/grasmilben.html

[2] https://www.br.de/themen/wissen/grasmilben-so-schuetzen-sie-sich-100.html

[3] https://www.permetex.de/insekten-krankheiten/milben/

Bildquelle: unsplash.com /all_who_wander

Warum kannst du mir vertrauen?

Patrick arbeitet in einem Schlaflabor und ist täglich mit Personen konfrontiert, die Schlafprobleme haben. Er möchte mit seiner Expertise auch anderen Menschen zu einem besseren Schlaferlebnis verhelfen.