Zuletzt aktualisiert: 2. Februar 2020

Wenn es auf einmal am ganzen Körper juckt und die nervigen Stiche von Nacht zu Nacht mehr werden, ist Vorsicht gefragt. Womöglich lauern ungebetene Gäste in deinem Bett, die sich nachts wie ein Vampir über dich hermachen: Bettwanzen.

Und nicht nur das – auf einmal krabbelt es in deiner Kleidung, im Holzregal oder gleich im ganzen Haus. Denn Bettwanzen verbreiten sich wie ein Lauffeuer und sie loszuwerden gleicht einer Odyssee.

In diesem Artikel möchten wir dir dabei helfen, Bettwanzen zu erkennen und sie effektiv zu bekämpfen. Außerdem erfährst du, wie du den Wanzen vorbeugen kannst. Also nicht verzweifeln, sondern am besten so schnell wie möglich loslegen!

Das Wichtigste in Kürze

  • Bettwanzen sind etwa fünf Millimeter große Insekten und ernähren sich von Blut. Ihre Stiche sorgen für starken Juckreiz, Bläschen, Ausschläge oder Quaddeln.
  • Tagsüber verstecken sie sich in Ritzen, Löchern und Spalten. Sie zu finden ist recht schwer. Dafür hinterlassen sie Spuren wie Kot oder Eier, an denen man einen Bettwanzenbefall erkennt.
  • Effektive Methoden gegen Bettwanzen sind neben Pestiziden vor allem starke Hitze oder extreme Kälte.

Definition: Was sind Bettwanzen?

Bettwanzen sind kleine Insekten und klassische Parasiten, die sich von Blut ernähren.

Sie sind darauf spezialisiert, in Schlafplätzen von warmblütigen Tieren oder Menschen zu leben. Dort befinden sich die Bettwanzen quasi dauerhaft an ihrer Nahrungsquelle.

In der Nacht sorgt das Jucken von Stichen der Bettwanzen oft für unerholsamen Schlaf. (Bildquelle: unsplash.com/Madi Doell)

Aufgrund ihrer Größe von maximal einem halben Zentimeter sind sie Meister im Verstecken und lassen sich auf den ersten Blick nur schwer finden.

Noch dazu sind sie nachtaktiv und halten sich tagsüber zum Verstecken in kleinen Ritzen oder Spalten auf. Deshalb bleiben Bettwanzen auch lange unentdeckt.

Erwachsene Tiere haben lediglich die Dicke eines Blattes Papier und werden zwischen 3,8 und 5,5 Millimeter lang.

Wenn sie vollgesaugt sind, können es auch bis zu neun Millimeter werden. Die Farbe der Bettwanzen ist braun, beziehungsweise rotbraun und bei genauerem Hinsehen stellt man fest, dass sie sogar behaart sind.

Eine Wanze kann etwa 6 bis 12 Monate überleben, teilweise sogar ohne Nahrung. Allerdings produzieren Weibchen bis zu 12 Eier täglich, aus denen nach etwa zwei Wochen neue Bettwanzen schlüpfen.

Deshalb sollte man bei einem Verdacht auf Wanzenbefall so schnell wie möglich handeln.

Die Symptome eines Bisses der Parasiten treten normalerweise erst ein paar Tage später auf. Dann entstehen auf der Haut rote Flecken, die einem Mückenstich ähneln.

Das häufigste Symptom nach einem Biss ist deshalb starker Juckreiz, teils auch allergische Reaktionen.

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Bettwanzen Bei Bettwanzen handelt es sich um maximal 8 mm große, rotbraune Ektoparasiten. Sie ernähren sich ausschließlich von Blut und sind bestens an ihren Hauptwirt, den Menschen, angepasst. Neben Menschen befallen sie aber auch Haustiere. Sie leben gut versteckt meistens in oder am Bett ihres Wirtes. Die Blutsauger sind durch ihren extrem flachen Körperbau in der Lage, in der kleinsten Ritze zu verschwinden. Daher werden sie umgangssprachlich auch als Tapetenflundern bezeichnet. Nachdem Bettwanzen in Deutschland lange Zeit als nahezu ausgestorben galten, entwickeln sie sich seit der Jahrtausendwende zu einem ernstzunehmenden Problem. Gerade in den Ballungszentren sind sie ein gefürchteter Schädling in Hotels oder Wohnhäusern. Die Gründe für die dramatische Zunahme von Bettwanzenbefällen sind nach heutigem Kenntnisstand zum einen im Verbot stark wirksamer, aber leider auch für Menschen sehr gefährlicher Insektizide zu suchen. Dieses Problem wird dadurch verstärkt, dass die Schädlinge gegen einen Großteil der heute zugelassenen Insektizide Resistenzen entwickeln und dadurch schwierig zu bekämpfen sind. Einen Bettwanzenbefall wirksam und nachhaltig zu bekämpfen ist Sache des Profis. Laien werden in der Regel nicht erfolgreich sein. Sollten Sie daher den Verdacht haben, von diesen Blutsaugern geplagt zu werden, melden Sie sich bei uns. Wir werden dieses Problem für Sie lösen. #DeepSix #Bettwanzen #Cimex lectularius #bedbug #pestcontrol #schädlingsbekämpfung #schädlingsbefall #schädlinge #schädlingsbekämpfer #kammerjäger #exterminator #köln #nrw #ehrenfeld #photooftheday #follow

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Hintergründe: Was du über Bettwanzen wissen solltest

So eine Bettwanzen-Plage kann ziemlich nervig sein. Wenn sie es sich erstmal in deinem Bett gemütlich gemacht haben, musst du sehr viel Arbeit investieren, um sie wieder loszuwerden.

Bis dein Zuhause wieder frei von diesen Bettwanzen wird, können mehrere Wochen oder sogar Monate vergehen.

Deshalb gilt als Regel Nummer eins in Sachen Bettwanzen: Handle so schnell wie möglich! Ansonsten könnte sich der Befall auch auf deine Klamotten oder andere Räume deines Hauses ausweiten.

Wie sehen Stiche von Bettwanzen aus?

Die Stiche, beziehungsweise Bisse von Bettwanzen sind meist der erste Anhaltspunkt, die auf einen Befall hinweisen. Sie sehen auf der Haut aus wie rote Flecken, ähnlich wie ein Mückenstich.

Bis solche Stichstellen sichtbar werden, können mehrere Tage vergehen. Es gibt einige Hinweise, anhand derer du zwischen Stichen verschiedener Insekten unterscheiden kannst.

Insekt Aussehen des Stiches Juckreiz
Bettwanzen Kleine rote Punkte, die oft hintereinander in einer Reihe oder kreisförmig liegen, kleiner Blutpunkt in der Mitte möglich Starker Juckreiz, der oft erst ein paar Tage nach dem Stich einsetzt
Flöhe Kleine hellrote Punkte an mehreren Stellen Starker Juckreiz
Mücken Zwei bis fünf Millimeter große Hubbel, beziehungsweise Schwellungen an unterschiedlichen Körperstellen ohne einen Blutpunkt in der Mitte Starker Juckreiz meist direkt oder am nächsten Tag
Zecken Münzgroße Rötung, die normalerweise nicht anschwillt. Breitet sich die Rötung weiter aus und wird blasser kann das ein Hinweis auf Borreliose sein – unbedingt zum Arzt! Fast immer ohne Juckreiz

Die Bisse können sich auch zu großen Bläschen und Quaddeln entwickeln, die oft einen starken Juckreiz hervorrufen.

Das Besondere bei Bettwanzen ist, dass die Stichstellen normalerweise sehr dicht hintereinanderliegen. In einigen Fällen sogar wie in einer Linie. Das zeigt, dass die Bettwanze in einer Reihe nach Haargefäßen gesucht hat.

Nur anhand eines Bisses oder einer Stichstelle lässt sich nicht eindeutig erkennen, ob es sich um Bettwanzen, Zecken, Flöhe oder Mücken handelt.

Um das Insekt eindeutig bestimmen zu können, muss man sich auf Spurensuche begeben und das Tierchen selbst oder Anzeichen seiner Existenz finden. Jeder Mensch reagiert auf Stiche von Bettwanzen unterschiedlich.

Manche Menschen empfinden trotz roter Flecken keinen Juckreiz, bei anderen kann es zu heftigen Hautreaktionen oder Allergien kommen.

Was sind die Ursachen für Bettwanzen?

Ein Befall von Bettwanzen kann verschiedene Ursachen haben. Die häufigsten Gründe haben wir dir aufgelistet:

  • Aus dem Urlaub: Hotel, Hostel oder Herberge
  • Kauf von antiken oder Second-Hand Möbeln
  • Umzug in eine befallene Wohnung
  • Aus öffentlichen Transportmitteln

Meistens werden Bettwanzen aus dem Urlaub mit in die eigenen vier Wände verschleppt. Sie nisten sich zum Beispiel in der Kleidung oder im Koffer ein und werden so unwissentlich von A nach B transportiert. Lege deshalb nie deinen Koffer aufs Bett!

Schwierig wird es, sich vor Bettwanzen in alten Möbeln oder einer neuen Wohnung zu befreien. Gebrauchte Möbel solltest du vorher gründlich auf Bettwanzen untersuchen und bei Verdacht mit einem dafür vorgesehenen Spray besprühen.

Informiere dich vor dem Einzug, ob ein Bettwanzenbefall vorliegt oder bereits vorlag. Ist dies der Fall, solltest du die Wohnung vor dem Einzug gründlich reinigen, um einen Befall auf deine Möbel zu vermeiden.

Es hat außerdem schon Fälle gegeben, bei denen Bettwanzen in öffentlichen Transportmitteln gefunden wurden. Am häufigsten davon sollen Flugzeuge betroffen sein.

Wie kann ich Bettwanzen erkennen und finden?

Bettwanzen sind sehr klein, Meister im Verstecken und dazu noch nachtaktiv.

Deshalb ist es sehr schwierig, Bettwanzen zu Gesicht bekommen. Tagsüber sitzen sie in kleinen Ritzen, Spalten oder Löchern.

Am einfachsten lassen sie sich über ihren Kot und ihre Eier finden. Wie du das anstellst und welche Anzeichen noch zutreffen, siehst du in der Tabelle.

Anzeichen Aussehen Ort
Bettwanzenkot Winzig kleine dunkle bis schwarze Flecken (ähneln Tintenflecken) Meist direkt auf der Matratze – Kot wird nach der Nahrungsaufnahme abgesondert
Bettwanzeneier Kleine ovale weiße bis beigefarbene Kügelchen In Löchern, Ritzen oder Zwischenräumen von Möbeln, selten im Bett
Häutungsreste hellbraune abgestreifte Hautreste in Form einer Körperhülle Hinter den Kopfteilen des Bettkastens, entlang der Fußleisten und in der nähe der Matratze
Blutflecken Winzig kleine rote Flecken Auf der Matratze oder dem Bettlaken
Süßlicher Geruch Wenn du in Ritzen und Löcher von Möbeln bläst strömt ein süßlicher Geruch entgegen

Schön und gut. Doch wo stecken die Bettwanzen jetzt? Wie bereits erwähnt, verkriechen sie sich gerne in Ritzen und Löchern.

Werfe deshalb unbedingt einen Blick in deinen Bettkasten, Matratzensäume, Bohrlöcher, Steckdosen, Schränke und Holzdielen-Zwischenräume.

Wie lange überleben Bettwanzen?

Die durchschnittliche Lebenserwartung einer Bettwanze liegt zwischen 6 und 12 Monaten.

Erschwerend hinzu kommt allerdings die hohe Geburtenrate dieser Parasiten. Ein einziges Weibchen legt bis zu 200 Eier in ihrem Leben.

Selbst in Isolation und ohne Nahrung überleben Bettwanzen mehrere Monate. Die ausgewachsenen Tiere können Hungerperioden von bis zu 8 Monaten überstehen.

Ritzen und kleine Spalten zwischen alten Holzbrettern sind ein beliebtes Versteck für Bettwanzen. (Bildquelle: unsplash.com/Michael Mroczek)

Welche Möglichkeiten gibt es, Bettwanzen zu bekämpfen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um Bettwanzen wieder loszuwerden. Bei starkem Befall rufen die meisten Betroffenen einen Kammerjäger. Das ist aber nicht in jedem Fall notwendig.

Wie bekämpft ein Kammerjäger Bettwanzen?

Ein Kammerjäger tötet Bettwanzen in den meisten Fällen durch Hitze. Dafür bringt er spezielle Geräte im befallenen Raum an, die das Zimmer auf etwa 55 Grad Celsius aufheizen. Bei diesen Temperaturen sterben Larven und Wanzen ab.

In manchen Fällen ist es nicht möglich, den Raum auf 55 Grad zu erhitzen – etwa bei empfindlichen Bodenbelegen oder besonderen Teppichen.

Dann heizt der Kammerjäger das Zimmer auf bis zu 35 Grad auf, um die Bettwanzen zu mobilisieren und in Fallen mit Insektiziden zu locken.

Der Einsatz eines Kammerjägers dauert nur wenige Stunden. Dafür ist dieser Service durchaus kostspielig.

Ein normaler Einsatz kostet zwischen 100 und 150 Euro. Bei besonders starkem Befall muss der Kammerjäger öfter kommen. Das kann sich dann auf bis zu 500 Euro aufsummieren.

Wie kann ich Bettwanzen ohne Kammerjäger bekämpfen?

Bei geringem Befall muss nicht unbedingt ein Kammerjäger gerufen werden. Bettwanzen lassen sich auch mit einigen einfachen Tricks und Mitteln bekämpfen, die deinen Geldbeutel schonen.

Die perfekte Lösung gibt es nicht, dafür kannst du verschiedene Methoden, wie Staubsaugen, Einsatz von Insektiziden oder Hitzebehandlungen miteinander kombinieren.

Dabei solltest du allerdings ein wenig Geduld mitbringen und die Situation regelmäßig kontrollieren. Sorgfalt ist in dieser Situation besonders wichtig.

Welche gesundheitlichen Folgen können Bisse von Bettwanzen haben?

Juckreiz, Quaddeln und Ausschlag

Die häufigste Reaktion auf Stiche von Bettwanzen ist starker Juckreiz um die roten Punkte herum.

Das Jucken ist zwar nervig, aber die Symptome gehen normalerweise nach ein paar Tagen wieder zurück. Zumindest, wenn der Befall behoben wurde.

Bei manchen Menschen kommt es auch zu einer Art allergischer Reaktion, bei der aus den Stichen auch Quaddeln und größere Ausschläge entstehen.

Auf lange Sicht hat ein dauerhafter Juckreiz auch Schlafmangel zur Folge.

Sehstörungen

Zu Sehstörungen in Folge der Stiche kommt es eher selten. Diese Reaktion tritt, ähnlich wie Ausschläge, als Symptom einer Allergie auf.

Solltest du nach Stichen unter Sehstörungen leiden, könnte das ein Hinweis auf eine allergische Reaktion sein.

Fieber

Manche Menschen reagieren auf Stiche von Bettwanzen mit Fieber.

Begleitet wird dieses meist von größeren Quaddeln auf der Haut und starkem Unwohlsein, beziehungsweise Krankheitsgefühl.

Fieber nach Stichen von Bettwanzen tritt zwar selten auf, kann aber ein mögliches Symptom sein. (Bildquelle: pixabay.com/guvo59)

Asthma

Asthma, asthmatische Anfälle oder andere Atemprobleme treten normalerweise nur bei chronischem Befall von Bettwanzen auf.

Wenn die Parasiten mehrere Monate oder Jahre in deinem Zuhause und auf deiner Haut wüten, könntest du davon betroffen sein.

Können Krankheiten wie Q-Fieber, Chagas, Hepatitis oder HIV übertragen werden?

Bettwanzen stehen unter Verdacht, verschiedene Krankheitserreger übertragen zu können. Das liegt vor allem daran, dass sie beim Blutsaugen einen relativ langen Kontakt zum Menschen haben.

In den Parasiten wurden bisher über 40 verschiedene Erreger gefunden, darunter auch für Q-Fieber, Chagas, Hepatitis B, Hepatitis C und sogar HIV.

Allerdings bestätigen mehrere Quellen sowie Experten des Ärzteblattes, dass es bisher keine einzigenachgewiesene Infektion über normale  Bettwanzen gab. Eine Übertragung ist aber grundsätzlich nicht ausgeschlossen.

Wann sollte ich bei Bettwanzen zum Arzt gehen?

Bei allergischen Reaktionen auf Stiche von Bettwanzen empfiehlt es sich, einen Arzt aufzusuchen. Dazu zählen große Quaddeln, starke Ausschläge, Sehstörungen, Fieber oder asthmatische Anfälle.

Dieser kann dir Salben oder Medikamente verschreiben, die deine Symptome lindern. Doch am wichtigsten ist, dass du die Wanzen in so einem Fall so schnell wie möglich eliminierst.

Was tun gegen Bettwanzen: Mit diesen Maßnahmen tötest du die Parasiten

Sobald du festgestellt hast, dass deine Matratze oder deine Wohnung von Bettwanzen befallen ist, solltest du handeln.

Dafür gibt es verschiedene Methoden, die du am besten in Kombination miteinander anwendest.

Hostels sind besonders häufig von Bettwanzen betroffen. Wenn der erst Rucksack wieder Zuhause steht ist es oft schon zu spät. (Bildquelle: unsplash.com/Markus Loke)

Am Anfang nehmen die meisten erst einmal eine Grundreinigung vor. Das heißt: Zimmer aufräumen und Müll entsorgen.

Anschließend kannst du einen Staubsauger mit Beutel zur Hilfe nehmen und alle Löcher, Ritzen und Schlitze in deinem Raum durchsaugen. Dann kann die eigentliche Behandlung starten.

Nicht vergessen: Alles aus deinem Raum könnte potenziell mit Wanzen Befallen sein. Deshalb jeglichen Müll und den Staubsaugerbeutel in einer luftdichten Plastikverpackung entsorgen.

Insektizide und chemische Produkte einsetzen

Unter dem Begriff “Pestizide” fallen verschiedene Insektensprays oder No-Pest Strips.

Diese chemischen Mittel töten Bettwanzen bei richtiger Anwendung effektiv ab. Du kannst solche Produkte entweder im Baumarkt oder Online kaufen.

Insektizide galten lang als bestes Mittel zur Bekämpfung von Bettwanzen. Im Laufe der Zeit haben manche Wanzenarten aber Resistenzen gegen gängige Pestizide wie Dichlordiphenyltrichlorethan entwickelt.

Listet man heute die gängigen Mittel gemäß ihrer Wirksamkeit auf, ergibt sich folgende Reihenfolge:  λ-Cyhalothrin, Bifenthrin, Carbaryl, Imidacloprid, Fipronil, Permethrin, Diazinon, Spinosyn, Dichlorvos, Chlorfenapyr und zuletzt DDT.

Achtung beim Gebrauch von Bioziden und Pestiziden. Vor dem Gebrauch immer das Etikett und die Produktinformationen lesen!

Hitzebehandlung und Kleidung  heiß waschen

Da Wanzen ab einer Temperatur von 55 Grad sterben, solltest du befallene Stoffe und Kleidung bei 60 Grad waschen.

Hitze oder heißes Wasser ist auch für andere Gegenstände eine gute Möglichkeit, um sie von Wanzen zu befreien. Vorausgesetzt, sie vertragen starke Hitzeeinwirkungen.

Bis zum Ende der Behandlung solltest du deine Klamotten aber vom Kleiderschrank fernhalten, weil der ein beliebtes Versteck für Wanzen ist. Stattdessen kannst du Kleidung in luftdichten Plastiksäcken oder Plastikboxen aufbewahren.

Außerdem nisten sich Bettwanzen lieber in bereits getragener, als in frisch gewaschener Kleidung ein. Das heißt: Regelmäßiges Waschen und Hygiene sind ein Muss!

Parasiten im Eisfach einfrieren

Für Klamotten und Gegenstände, die sich nicht mit Hitze behandeln lassen, kannst du einfach auf das genaue Gegenteil zurückgreifen: Kälte!

Hitzeempfindliche Gegenstände steckst du für drei bis sieben Tage bei minus 18 Grad in das Gefrierfach deines Kühlschrankes  oder eine große Gefriertruhe stecken. Dann sollten alle Eier, Larven und ausgewachsene Bettwanzen abgestorben sein.

Wenn der Verdacht besteht, dass du die Bettwanzen über deinen Reisekoffer mit nach Hause geschleppt hast, lohnt es sich, auch diesen für ein paar Tage in einer Gefriertruhe zu lassen. Ansonsten könnte dir bei der nächsten Reise dasselbe Schicksal drohen.

Entsorgen oder unter Quarantäne stellen

Wenn weder heiß waschen, noch Schockgefrieren möglich ist, hilft oft nur noch Quarantäne. Das bedeutet, deine Gegenstände luftdicht und in Plastik verpackt an einem sicheren Ort lagern.

Wanzen können aber selbst in Hungerperioden noch bis zu acht Monate überleben. Denke deshalb auch darüber nach, ob es nicht besser ist, manche Sachen zu entsorgen.

Gerade bei älteren Matratzen lohnt sich eine Behandlung oder aufwändige Quarantäne kaum. Wir empfehlen dir, stattdessen in eine Neue zu investieren.

Natürliches Mittel Kieselgur

Im Gegensatz zu Pestiziden und chemischen Vernichtern ist Kieselgur ein natürliches Mittel gegen Bettwanzen.

Dabei handelt es sich um ein Pulver, das du an Eingängen, Verstecken und Wegen der Bettwanzen verstreuen kannst. Aufgrund der weißen Farbe wird es häufig auch Bergmehl oder Kieselmehl genannt.

Die Funktionsweise von Kieselgur ist recht einfach. Im Pulver befinden sich klitzekleine scharfe Schalenbruchstücke, die den Chitinpanzer der Bettwanzen beschädigen. Das sorgt dafür, dass die Parasiten langsam austrocknen.

Kieselgur ist nicht schädlich für Menschen oder Tiere. Du solltest es trotzdem nicht einatmen und beim Verstreuen einen Mundschutz tragen.

Anschließend haben wir noch ein Video für dich, in dem die wichtigsten Fakten über Bettwanzen noch mal erklärt werden.

Ein professioneller Schädlingsbekämpfer gibt dir außerdem noch hilfreiche Tipps.

Trivia: Was du sonst noch über Bettwanzen wissen solltest

Wenn dein Zuhause von Bettwanzen befallen ist, kommt sicher erstmal Panik auf Aber es gibt noch einige wichtige Dinge, über die du dir in solch einem Fall Gedanken machen solltest. Außerdem lassen sich Bettwanzen mit ein paar einfach Tipps vermeiden.

Wie kann ich Bettwanzen vorbeugen?

Um gar nicht erst unter einer Bettwanzen Plage zu leiden, kannst du gegen einen Befall vorbeugen. Dafür gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, die wir für dich aufgelistet haben:

  • Rucksäcke und Koffer auf Reisen mit No-Bite Sprays einsprühen
  • Vor der Reise eine luftdichte Schutzhülle für Kleidung und Rucksack kaufen
  • Koffer und Rucksack im Hotel oder Hostel nie aufs Bett legen
  • Möbel und Bettgestell in der Unterkunft mit einer Taschenlampe auf Bettwanzen untersuchen
  • Gepäck in der Badewanne auspacken
  • Gebrauchte Kleidung bei 60 Grad waschen
  • Alte gebrauchte Bücher in einem Gefrierbeutel für einige Tage bei minus 18 Grad in die Kühltruhe stecken
  • Neue Wohnungen vor Einzug auf Bettwanzenbefall checken
  • Gebrauchte Möbel vor dem Kauf gründlich untersuchen

Wenn du diese Tipps beachtest, ist es sehr unwahrscheinlich, dass du in Zukunft mit Bettwanzen zu kämpfen hast.

Besondere Sorgfalt ist eigentlich nur geboten, wenn du auf Reisen in fremden Unterkünften schläfst oder, wenn du gebrauchte Gegenstände kaufst.

Sind Bettwanzen in Deutschland meldepflichtig?

Nein. In Deutschland besteht für Bettwanzen keine Meldepflicht nach dem Infektionsschutzgesetz (IfSG). Deshalb gibt es auch keine genauen Zahlen zum Vorkommen von Bettwanzen.

Anders sieht es hingegen in vielen Großstädten Amerikas aus. Dort muss ein Befall durch Bettwanzen gemeldet werden. Man erhofft sich, so die steigenden Fälle von Bettwanzen in den Griff zu bekommen.

Zahlt der Vermieter für die Entfernung von Bettwanzen?

Die rechtliche Lage ist kompliziert. Meistens läuft es aber darauf hinaus, dass der Mieter selbst für die Kosten eines Kammerjägers aufkommen muss. Immerhin werden Bettwanzen meist durch den Mieter selbst eingeschleppt.

Ein Ausnahmefall ist es, wenn du in eine Wohnung neu einziehst und dort nach sehr kurzer Zeit Bettwanzen bemerkst.

Dann liegt ein Mangel vor, für den der Vermieter aufkommen muss. Vorausgesetzt, deine alte Wohnung war nicht ebenfalls von Bettwanzen betroffen.

In Streitfällen lohnt es sich daher, einen Rechtsanwalt zu kontaktieren. (Bildquelle: 123rf.com / 22424088)

Fazit

Wie du sicher festgestellt hast, ist es nicht ganz einfach, Bettwanzen wieder loszuwerden. Ein Kammerjäger kostet viel Geld, während eine eigene Behandlung langwierig und aufwändig ist. So oder so musst du schnell durchgreifen, damit sich die kleinen Biester nicht noch vermehren.

Auch wenn Bettwanzen eigentlich keine gefährlichen Krankheiten übertragen, sorgen sie doch für nervige Symptome: Juckreiz, Ausschlag, Sehstörungen oder Atemprobleme.

Deshalb legen wir dir ans Herz, auf Reisen und besonders beim Kauf von alten Möbeln, Klamotten oder Büchern immer einen ausführlichen Bettwanzen-Check durchzuführen. Denn im Bettchen schläft es sich allein einfach besser!

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links:

[1] https://www.sueddeutsche.de/gesundheit/parasiten-einmaleins-des-ungeziefers-1.4071966-2

[2] https://www.zeit.de/campus/2017-03/bettwanzen-stiche-winter-symptome-kammerjaeger/seite-2

[3] https://de.wikipedia.org/wiki/Bettwanze

[4] https://www.forbes.com/sites/melaniehaiken/2011/11/21/bed-bugs-on-airplanes-how-to-fly-bed-bug-free/

[5] https://www.anticimex.com/de-CH/pestcontrol_allgemein/schadlingslexikon/bettwanzen/bettwanzen-biss/

[6] https://www.enviro-schaedlingsbekaempfung.de/schaedlingsbekaempfung/bettwanzenbekaempfung

Bildquelle: 123rf.com / 105478285

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Patrick arbeitet in einem Schlaflabor und ist täglich mit Personen konfrontiert, die Schlafprobleme haben. Er möchte mit seiner Expertise auch anderen Menschen zu einem besseren Schlaferlebnis verhelfen.